Von Chatbots
zu Agenten.
2026 ist das Jahr, in dem "KI im Unternehmen" von reinen Chat-Assistenten zu handelnden Systemen übergeht — sogenannten AI-Agenten, die Aufgaben eigenständig übernehmen, statt nur Fragen zu beantworten. Zwei der weltweit führenden Analysehäuser, Gartner und McKinsey, liefern dazu aktuelle Zahlen, die ein differenziertes Bild zeichnen.
Der Sprung bei Agenten-Software
Gartner prognostiziert, dass bis Ende 2026 rund 40 % der Unternehmensanwendungen über aufgabenspezifische KI-Agenten verfügen werden — ein Sprung von unter 5 % im Jahr 2025. Damit verschiebt sich der Fokus von individueller Produktivität hin zu Systemen, die ganze Arbeitsabläufe eigenständig koordinieren. Parallel dazu wächst die dafür nötige Infrastruktur: Gartner erwartet, dass die weltweiten Ausgaben für KI-optimierte Cloud-Infrastruktur (IaaS) 2026 um 96 % auf rund 42 Milliarden US-Dollar steigen.
Die Realität: Viele Unternehmen stecken noch in der Pilotphase
McKinseys aktuelle globale KI-Umfrage 2026 relativiert die reine Wachstumsgeschichte: Zwar geben inzwischen 88 % der befragten Unternehmen an, KI regelmässig in mindestens einem Geschäftsbereich einzusetzen, doch nur etwa ein Drittel hat den Schritt von einzelnen Anwendungsfällen zur unternehmensweiten Skalierung tatsächlich vollzogen. 62 % experimentieren aktiv mit KI-Agenten, aber lediglich 39 % berichten von einer messbaren Wirkung auf den Unternehmensgewinn (EBIT) auf Gesamtunternehmensebene.
Was das für die Praxis bedeutet
Diese Kombination aus Zahlen ergibt ein realistisches Bild: Die Technologie reift schnell, aber der grösste Engpass liegt selten in der KI selbst — sondern darin, sie sauber in bestehende Abläufe zu integrieren und den Nutzen tatsächlich zu messen. Genau an dieser Stelle scheitern laut Branchenbeobachtungen viele Pilotprojekte, bevor sie den Sprung in den produktiven Betrieb schaffen.
Unsere Einschätzung
Für uns heisst das: Wir setzen KI dort ein, wo sie einen klar messbaren Vorteil bringt — etwa bei Workflow-Automatisierung oder Kundenservice-Unterstützung — statt sie als Selbstzweck einzuführen. Genau diese Zurückhaltung ist es, die laut den Studien den Unterschied zwischen einem Pilotprojekt und einem tatsächlich skalierten System ausmacht.